Das Leben ist ein vorübergehender Zustand AutorIn: Gabriele von ArnimEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: Rowohlt Seitenzahl: 240 Auflage: 7. Auflage Vorgestellt von Claudia Engelmann
Gabriele von Arnim, Jahrgang 1946, ist eine erfolgreiche Journalistin, die unter anderem für DIE ZEIT schreibt, für den WDR und ARTE arbeitet, die Lesungen und Kultursendungen moderiert, deren Leben beruflich in gesicherten Bahnen läuft. Verheiratet ist sie mit dem ARD-Chefredakteur Martin Schulz, einem Lebemann und brillanten Intellektuellen. Obwohl er hellwach im Kopf ist, macht sein Körper nicht mehr mit. Er kann nicht gehen, nicht lesen, nicht schreiben, nicht klar sprechen. Sie wird ihn 10 Jahre lang pflegen bis zu seinem Tod, wird die Wohnung nach seinen Bedürfnissen umbauen und alles in Bewegung setzen, um sei Leiden erträglich zu machen. Dieses tieftraurige, wahrhaftige und auch tröstliche Buch ist nach seinem Tod aus ihren eigenen Tagebucheinträgen und Erinnerungen entstanden, versehen mit vielen literarischen Zitaten und essayistischen Betrachtungen. Ein wunderbares Buch voller Gedanken an Momente von Glück und Liebe, von Vertrauen und Leichtigkeit, aber auch an all das, was schwer und beschwerlich war, an all die Zweifel und Rückschläge - ein ehrliches, reflektiertes Buch. Ausleihe bei der StadtbüchereiKauf bei Thalia |
Februar 33. Der Winter der Literatur AutorIn: Uwe WittstockEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: C.H.Beck Seitenzahl: 287 Auflage: 6. Auflage Vorgestellt von Marie-Luise Lindenlaub Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler machten SA, SS und die von Göring gleichgeschaltete Polizei Jagd auf Sozialdemokraten, Kommunisten, Juden und missliebige Intellektuelle. Diese Truppen drangen in Wohnungen ein, zerschlugen das Mobiliar, beschlagnahmten oder verbrannten Manuskripte und Bücher. Der Autor konzentriert sich auf die Schicksale von Künstlern und Literaten, deren Leidensweg jetzt schon begann. Es genügten wenige Wochen, um die Verfassung auszuhebeln, die Meinungs- und Versammlungsfreiheit abzuschaffen und durch Terrorregime zu ersetzen. Von Tag zu Tag verfolgt der Autor, wie das literarische Leben in Deutschland starb. Viele gingen ins Ausland, oft ohne Geld oder ein bestimmtes Ziel: Else Lasker-Schüler rettete sich nach Zürich. 1945 stirbt sie in Jerusalem. Ernst Toller emigrierte zunächst in die Schweiz, es folgten Stationen u.a. in England. 1937 kam er nach USA, 1939 starb er durch Suizid. Erich Maria Remarque ging erst in die Schweiz, dann nach USA, überlebt in Amerika, stirbt 1970 im Tessin, in Locarno. Gottfried Benn blieb in Deutschland, arrangierte sich mit den Nazis. Klaus Mann ging nach Amsterdam, dann USA. Hier starb er 1949 durch Suizid. Erika Mann und Eltern landen nach den USA in der Schweiz. Helene Weigel lebte 1941 in Moskau, ging dann mit Brecht nach Kalifornien. Ab 1948 lebte sie wieder in Berlin. Erich Mühsam wird am 10.7.1934 im KZ Oranienburg ermordet. Erich Kästner, Mascha Kaléko, Alfred Döblin, Ricarda Huch, Oskar Loerke, Graf Harry Kessler..... , Uwe Wittstock gibt ihnen ein würdiges Gedenken. Kauf bei Thalia |
Auf der Straße heißen wir anders AutorIn: Laura CwiertniaErscheinungsjahr: 1 Verlag: Klett-Cotta Seitenzahl: 237 Vorgestellt von Sabine Schmidt Laura Cwiertnia, geboren 1987, Tochter eines armenischen Vaters und einer deutschen Mutter, ist stellvertretende Ressortleiterin bei der ZEIT. "Auf der Straße heißen wir anders" ist ihr Debütroman, welcher mich von Beginn an durch die Leichtigkeit begeistert hat, mit der sie erzählt, obgleich das Thema kein leichtes ist. Karla, die Protagonistin dieses Familienromans ist, wie die Autorin auch, Tochter eines armenischen Vaters und einer deutschen Mutter. Sie wächst in Bremen Nord auf, und in der Schule, die sie besucht, kann der Klassenlehrer kaum einen Namen der Schülerinnen und Schüler richtig aussprechen, so viele Nationalitäten treffen in einem Klassenzimmer aufeinander. Doch im Gegensatz zu Karla wissen nahezu alle Kinder in ihrer Klasse um ihre Wurzeln, fahren in den Sommerferien nach Istanbul oder Rom, in die Heimat der Eltern oder Großeltern. In Karlas Familie wird jedoch über ihre armenische Herkunft geschwiegen und so erfährt sie über den Genozid an den Armeniern eher nebenbei in der Schule. Als Karlas geliebte Großmutter Maryam stirbt, stellt diese die Familie posthum vor eine Herausforderung: Sie hinterlässt einen von Hand geschmiedeten, goldenen Armreif einer Frau in Jerewan, deren Namen in der Familie niemand je gehört hat. Überhaupt hat Maryam, die einst als armenische Gastarbeiterin nach Deutschland kam, nie von ihrer Vergangenheit erzählt. Auch Avi, Karlas Vater, schweigt über seine Kindheit in Istanbul und Jerusalem. Erst als Karla ihren Vater überreden kann, mit ihr nach Jerewan zu fliegen, um die Frau zu finden, die ihrer Großmutter so am Herzen lag, öffnet sich Avi und es beginnt eine Spurensuche, die nicht nur Vater und Tochter einander näherbringt, sondern beide eine Heimat entdecken lässt, die sie bislang nicht kannten. Laura Cwiertnia erzählt diesen Roman multiperspektivisch, so dass nicht nur Karlas, sondern Avis, Maryams und auch Armines - Karlas Urgroßmutter - Sichtweisen Stück für Stück kleine Einblicke in die Familiengeschichte geben. So deckt Laura Cwiertnia die Traumata einer Familie auf, über die niemals gesprochen wurde und die dennoch Generationen dieser und anderer Familien geprägt haben. Und sie zeigt auch voller Feingefühl und Humor, wie viel Heimat in uns wohnt, ohne es zu wissen… Ausleihe bei der StadtbüchereiKauf bei Thalia |
Das mangelnde Licht AutorIn: Nino HaratischwiliEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt Seitenzahl: 832 Vorgestellt von Marie-Luise Lindenlaub
Es sind vier Freundinnen, die in der georgischen Hauptstadt Tiflis gemeinsam aufwachsen. Sie halten zusammen, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Kauf bei Thalia |
Eine Frage der Chemie AutorIn: Bonnie GarmusEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: Piper Seitenzahl: 464 Auflage: 13. Auflage Vorgestellt von Claudia Engelmann
Elizabeth Zott ist nicht wie andere Frauen und passt so gar nicht in das Amerika der 50er-Jahre. Sie ist neugierig auf die Welt und will als Chemikerin forschen und Neues entdecken. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn die Männerwelt will sich von ihr nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. So werden ihr jede Menge Steine in den Weg gelegt, sie wird gemobbt und gedemütigt, ihre Forschungsergebnisse werden gestohlen, am Ende wird sie sogar vergewaltigt. Aber sie gibt nicht auf und trotzt allen. Als sie die Liebe ihres Lebens kennenlernt, einen erfolgreichen und anerkannten Chemiker, der sie unterstützt und ihre Arbeit wertschätzt, scheint alles perfekt. Doch das Glück ist von kurzer Dauer... Warum wir Elizabeth Zott Jahre später als erfolgreiche Fernsehköchin wiedersehen, warum das weibliche Publikum sie liebt, warum ihr Hund Halbsieben heißt und warum ihre sehr eigenwillige Tochter Madeleine ihr ein und alles ist, wird hier nicht verraten, denn das muss man unbedingt selbst lesen! Weil es allerbeste, kluge und witzige Unterhaltung ist. Ein großartiges Buch über eine ungewöhnliche, furchtlose und bemerkenswerte Frau, aber auch über die Frauen- und Männerwelt in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Geschrieben in einem ganz eigenen Tonfall, voller Witz und trockenem Humor, geistreich und warmherzig - mit einem Wort: ein Buch, dass man lieben wird und dessen unvergleichliche Protagonistin mich mehr als ein Buch lang begeistert hat. Kauf bei Thalia |
DEMUT AutorIn: Szczepan TwardochEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: Rowohlt Berlin Seitenzahl: 464 Auflage: 1. Auflage Vorgestellt von Sabine Schmidt
Alois Pokora ist Sohn eines einfachen Bergarbeiters und eines von dreizehn Kindern. Die Familie lebt in Schlesien am Rande der Armut und eigentlich könnte es Alois große Chance auf ein besseres Leben sein, als der Dorfpfarrer sein Talent erkennt und bereit ist dafür zu bezahlen, dass Alois auf das Gymnasium gehen kann. Doch dort bleibt der Arbeitersohn zwischen Adligen und Kindern aus dem reichen Bürgertum ein Außenseiter, wird schikaniert und gequält. Schnell erkennt er, das er nun nirgends mehr richtig hingehört, nicht in die Welt der Reichen, der oberen Klasse, aber auch nicht mehr in die Welt der Arbeiter und somit in die Welt seiner Familie. Nach dem Abitur und einem Philosophiestudium meldet er, der demütig erkennt, dass er mit seiner Herkunft, trotz aller Bemühungen, niemals gut genug sein wird für seine große Liebe der Bürgermeistertochter Agnes, sich freiwillig zum Einsatz im Ersten Weltkrieg. Das Grauen, welches er in den Schützengräben erlebt, ist unbeschreiblich und als er schwer verwundet, ohne Geld und Perspektive in Berlin landet, schwört sich Alois, nie wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen. Doch es kommt anders, denn er gerät in die Wirren der Novemberrevolution und ihm wird klar, die alte Ordnung will er nicht mehr, der Kaiser muss weg. Alois Pokora ist gewiss kein Held, er wird getrieben von dem Wunsch dazuzugehören, gut genug für seine große Liebe Agnes zu sein, vielleicht einfach nur Jemand, ein Mensch zu sein. Mit Demut (übrigens das deutsche Wort für Pokora) schreibt der polnische Schriftsteller Szczepan Twardoch nichts weniger als einen beeindruckenden Antikriegsroman, der unter die Haut geht. Er erschafft ein eindrückliches Porträt der Zeit um den Ersten Weltkrieg und zeigt uns durch die Augen von Alois Pokoras die Monstrosität und völlige Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt, aber auch die Strukturen einer Gesellschaft, die genau dorthin führen. Szczepan Twardoch, 1972 in Zernica geboren, hat schon zahlrieche Romane veröffentlicht und zählt in Polen zu den bekanntesten zeitgenössischen Schriftstellern. Kauf bei Thalia |
Die Ewigkeit ist ein guter Ort AutorIn: Tamar NoortEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: Rowohlt Kindler Seitenzahl: 304 Auflage: 1. Auflage
Vorgestellt von Marie-Luise Lindenlaub
Dadurch verändert sich Elkes Alltag. Erwartungen, die beispielsweise ihr Freund oder ihr Vater an sie stellen, kann sie nicht mehr erfüllen. Mit diesem Erlebnis, dieser Gott-Verlorenheit, verschwinden auch die Orientierungspunkte, die ihr bisheriges Leben ausmachten. Elke wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus auf. In einer heilen Familie. Der Bruder lebt nicht mehr, der Vater wartet darauf, dass Elke seine Pfarrstelle übernimmt. Mit ihrem Freund kann sie nicht über ihre Schwierigkeiten sprechen. So fällt sie immer mehr aus der Welt. Am untersten Punkt trifft sie auf einen Menschen, der ihr einen Job buchstäblich zwischen Himmel und Erde anbietet. Diese Erfahrung ist neu für sie, aber keine Lösung. Die muss sie selbst finden. Sie muss ihr Leben aufräumen, sich selbst wiederfinden. Der Weg führt sie zurück ins Elternhaus; das zur Zeit leer steht. Der Vater ist zur Reha, die Mutter macht Urlaub allein. Das leere Haus bringt Elke dazu, sich alles das anzusehen und zu begreifen, was sie seit Jahren gemieden hat, Sie öffnet das Zimmer ihres Bruders, räumt den Schreibtisch ihres Vaters auf, lässt alte Kontakte wieder aufleben. Das ist ein Anfang, ein Weg,der zurückführt zu Menschen, die ihr nahe stehn, zu dem Ort, der für sie Schrecken und Unheil bedeutet. Die „Urlaubsvertretung“ für ihren Vater wird zur Probezeit auf der Pfarrstelle. Die Anerkennung der Gemeindemitglieder wirkt sich positiv aus. Doch das Problem mit ihrem Freund ist damit noch nicht aus der Welt... Die in diesen Roman eingestreuten Metaphern, Bibelzitate und Lieder verleihen der Geschichte einen nahezu gleichnishaften Charakter. Trotz allem schwingen Humor, Hoffnung und Zukunftsperspektive mit. Kauf bei Thalia |
Der Anfang von morgen AutorIn: Jens LiljestrandEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: S. Fischer Seitenzahl: 544 Auflage: 1. Auflage Vorgestellt von Claudia Engelmann
Ein Ökothriller? Ein Klimakrimi? Ein Katastrophenroman? Ein Weltuntergangsszenario? Ein Buch, das sich einprägt, das nachhallt und hoffentlich auch aufrüttelt...denn sie ist da, die Klimakrise! Kauf bei Thalia |
Lincoln Highway AutorIn: Amor TowlesEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: Carl Hanser Verlag Seitenzahl: 576 Vorgestellt von Sabine Schmidt Amor Towles wurde 1964 in Boston geboren und studierte in Stanford und Yale. Seine Romane wurden bereits für mehrere Literaturpreise nominiert und mit "Ein Gentleman in Moskau" wurde er international bekannt. Amor Towles feiner Humor, seine unaufgeregte Art zu erzählen und dennoch ganz nah an seinen Charakteren zu sein haben mich an die frühen Romane John Irvings und auch ein wenig an Donna Tartts "Der Distelfink" erinnert und restlos begeistert. Daher möchte ich gerne seinen neuesten Roman "Lincoln Highway" vorstellen und allen Leserinnen und Lesern ans Herz legen, die einen richtig guten, intelligenten und warmherzigen Unterhaltungsroman lesen möchten. Und darum geht es: Nebraska 1954, nachdem der junge Emmett im Streit, jedoch unbeabsichtigt, einen jungen Mann getötet hat, muss er ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung erfährt er, dass die Farm, die sein Vater erfolglos bewirtschaftet und bis zu seinem Tod zu retten versucht hat, an die Bank fällt. Die Mutter von Emmett und seinem kleinen Bruder Billy hat die Familie schon vor Jahren verlassen, und lediglich ein paar Postkarten, die sie ihren Jungs von unterwegs geschickt hat, lassen vermuten, dass sie dem Lincoln Highway von Nebraska nach Kalifornien gefolgt ist. Emmett, der nun für Billy verantwortlich ist, beschließt mit seinem kleinen Bruder ihre Heimatstadt zu verlassen und auf dem Lincoln Highway den Spuren ihrer Mutter zu folgen. Emmett träumt davon, unterwegs von dem Geld, welches ihr Vater an der Bank vorbei seinen Söhnen hinterlassen hat, ein baufälliges Haus zu kaufen, zu sanieren und dann zu einem besseren Preis wiederzuverkaufen, um Billy und sich irgendwann ein eigenes Zuhause aufbauen zu können. Doch noch bevor die beiden sich in Emmetts blauen Studebaker setzen können, um ihre Reise zu starten, stehen plötzlich Duchess und Wooly - zwei Freunde Emmetts aus dem Gefängnis - vor der Tür und damit auch jede Menge Ärger. Ein ganz und gar nicht nach Plan verlaufender Roadtrip voller überraschender Wendungen, Abenteuer und Begegnungen mit den merkwürdigsten Charakteren beginnt, und die Reise im himmelblauen Studebaker nimmt ordentlich Fahrt auf. "Lincoln Highway" wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und gewinnt dadurch an erzählerischem Tempo. Dieser Roman steckt voller schräger Figuren, warmherziger Lebensweisheit und ganz viel feinem Humor. Meine Empfehlung: unbedingt lesen. Ausleihe bei der StadtbüchereiKauf bei Thalia |
Lügen über meine Mutter AutorIn: Daniela DröscherEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: Kiepenhauer & Witsch Seitenzahl: 448 Auflage: 5. Auflage Vorgestellt von Marie-Luise Lindenlaub
"Deine Mutter kennt kein Maß. Nicht beim Geld und nicht beim Essen." Dieser Ausspruch von Elas Vater zieht sich durch den ganzen Roman. Kauf bei Thalia |
Die Alleinseglerin AutorIn: Christine WolterEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 1 Verlag: Ecco Vorgestellt von Claudia Engelmann Christine Wolter, Jahrgang 1939, Lektorin im Aufbau Verlag, wo sie 1982 "Die Alleinseglerin" veröffentlichte, einen Roman, der 1987 verfilmt wurde. Das Ungewöhnliche an dieser Autorin ist ihre Doppel-Existenz. Geboren und aufgewachsen in der DDR hat sie, weil sie sich in einen Italiener verliebte, offiziell einen Ausreiseantrag gestellt, der nach Jahren genehmigt wurde. So konnte sie beide Staatsbürgerschaften erlangen, und mit dem DDR-Pass immer wieder einreisen, um ihre Familie zu besuchen. Später sind ihre Romane auch im Westen erschienen, nicht weiter beachtet, bis nun endlich der Ecco-Verlag ihren Roman „Die Alleinseglerin“ neu aufgelegt hat, der hoch gelobt wird – verdientermaßen! Es ist die Geschichte von Almut, einer alleinerziehenden Literaturwissenschaftlerin in der damaligen DDR, die von ihrem Vater ein Segelboot, einen sogenannten Drachen inklusive Liegeplatz an einem See geerbt hat. Eigentlich kann man dieses Boot nicht wirklich allein segeln, eigentlich verschlingen Instandhaltung und Reparaturen ein Vermögen, das sie nicht hat, eigentlich fehlt ihr sowieso die Zeit, sich um all das zu kümmern und eigentlich ist ihr das alles viel zu viel. Aber sie kann nicht anders und will es unbedingt, um jeden Preis behalten. Denn es ist für sie das Einzige, was von ihrem Vater bleibt, der die Familie verlassen hat, als sie 11 Jahre alt war. Und so spürt sie jahrelang bei Wind und Wetter ihm, dem großen Unbekannten nach, nähert sich ihm immer wieder an und beginnt nach und nach eine Ahnung von ihm zu bekommen so wie sie nach und nach lernt, die Landschaft, das Wasser, den Sturm und die Wechsel der Jahreszeiten zu lieben. Ihr Segelboot ist ihre Freiheit, ihre Form der Selbstbestimmung und auch ihre Ausdrucksmöglichkeit, sich in einer von Männern bestimmten Gesellschaft zu behaupten. Wie Christine Wolter dies erzählt ist geradezu meisterhaft. Leise, fast still, dann wieder kraftvoll, einem ganz eigenen Erzählton folgend. Sätze, die man sich auf der Zunge zergehen lassen kann und die immer wieder nachklingen. Kauf bei Thalia |



AutorIn: Gabriele von Arnim
AutorIn: Uwe Wittstock
AutorIn: Laura Cwiertnia
AutorIn: Nino Haratischwili
AutorIn: Bonnie Garmus
AutorIn: Szczepan Twardoch
AutorIn: Tamar Noort
AutorIn: Jens Liljestrand
AutorIn: Amor Towles
AutorIn: Daniela Dröscher
AutorIn: Christine Wolter